Josef Hirthammer

 

Die Natur steht diesmal in Mittelpunkt der intensiven Betrachtung. Die neuesten Arbeiten von Josef Hirthammer sind stark vergrößerte, detaillierte und sehr zeitaufwändige Zeichnungen mit Buntstift, Wachsstift und Bleistift von Blumen, Blütenständen und Samen, deren überaus realistische Ausführungdurch dynamisches Übermalen und Überzeichnen quasi zerstört wird. Diese destruktiven Gesten versinnbildlichen das irrationale Zerstören der Natur durch den Menschen.


Biographie

Biographie

Biographie

Die ersten künstlerischen Schritte // Josef Hirthammer wurde 1951 in Bad Reichenhall geboren. Seine Familie hatte sich in den Nachkriegsjahren eine kleine Lebensmittelfabrikation erarbeitet. In einem rein wirtschaftlich orientierten Elternhaus hatte er keine Berührung mit Kunst. Mit 16 Jahren lernte er über eine Mitschülerin den Maler Hermann Ober - ihren Vater - kennen. Sofort war er von dieser Persönlichkeit und seiner Kunst fasziniert. Bei öfteren Aufenthalten in dessen Atelier im Salzburger Kunstverein fertigte Josef Hirthammer erste Druckgrafiken in der Technik des Linolschnitts an. Schon bald wanderte er durch alle Ateliers und lernte dadurch die unterschiedlichsten Kunstrichtungen der damaligen Zeit kennen. Nach dem Abitur und anschließendem Wehrdienst zog er jung verheiratet nach München, um dort Kunst zu studieren.

Die Studienjahre // Im Studium lernte er die Werke der Maler Ernst Fuchs, Karl Korab und Friedrich Meckseper kennen und lieben und schuf zahlreiche kleine Malereien und Tiefdrucke in deren Technik und Darstellung. Eine weitere Faszination übten die Bilder von Horst Jannsen auf den Studenten Hirthammer aus. Er selbst entwickelte eine Darstellung seiner Bilder kombiniert aus allen Facetten dieser Vorbilder. Als liebstes Kompositionsmerkmal benutzte er häufig die Reihung. Erste Ausstellungen in kleinen Galerien in München ermöglichten ihm die problemlose Finanzierung seines Studiums. Noch während des Studiums gründete Josef Hirthammer mit einem guten Freund eine Galerie, die aber nach kurzer Zeit geschlossen wurde, da sein Mitinhaber hoch verschuldet war und ihn mit belasten wollte. Auf gerichtlichen Beschluss kam er ohne großen Schaden aus dieser geschäftlichen Beziehung heraus.

Die Künstlergruppe Zeichen // Ende der 70er Jahre schuf Hirthammer zahlreiche Objekte mit vorgefundenen Materialien. Er bezeichnete sich damals als "Spurensucher". Zusammen mit Karol Hurec, Klaus Neuper und Jürgen Schehak gründete er 1980 die Gruppe Zeichen. Einige Jahre arbeiten sie intensiv gemeinsam, machten mehrere Ausstellungen, die aber relativ erfolglos blieben. 1978 beginnt Josef Hirthammer, sich mit dem Gebrauchsgegenstand Teebeutel intensiv auseinander zu setzen. In Folge entstehen vielfältige Objekte und Plastiken mit diesem Wegwerfobjekt. Zarte Zeichnungen über mit vielen aneinander gereihten Teebeuteln geformten Objekten bis zu überdimensionalen Teebeuteln aus Kupfer wurden in der legendären Galerie Studio F in Stuttgart ausgestellt. Installationen und Objektkästen mit den verschiedensten Fundobjekten entstanden in diesen wenigen Jahren.

Basel und seine Zeitgenossen // Im Jahre 1982 vollzog Josef Hirthammer eine radikale Zäsur in seiner Kunst. Fortan beschäftigte er sich mit seinen Zeitgenossen. Großformatige Malerei und Wachsstiftzeichnugen entstanden immer mit dem Motiv Mensch. Mit Portraits von "coolen" Frauen und Männern, wie sie in typischen In-Szenen in jeder Großstadt anzutreffen waren, dokumentierte er gewagt mit wenigen Pinselstrichen den Zeitgeist dieser Jahre. In den nachfolgenden Jahren wurde sein Name ein Synonym für zeitkritische, figurative und plakative Malerei seiner Mitmenschen. Zweifelsfrei war es für den Künstler Aufarbeitung und Persiflage zugleich einer mehr und mehr ausufernden Gesellschafts- und Lebensform. Seine Gemälde und Zeichnungen wurden jahrelang als One-Man-Show auf der Art Basel präsentiert und ließen ihn zu einem gesuchten jungen Künstler seiner Zeit werden. In diesen Jahren lernte er den Schweizer Galeristen, Kurator und Sammler Jean Kämpf kennen. Daraus entwickelte sich eine langjährige intensive Freundschaft und eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Naturaler Pan-Sensualismus // Auch bereits im selben Jahr widmete sich Josef Hirthammer ideologisch der Kunst mit und in der Natur. Erste Arbeiten seines nun folgenden Kunstschaffens - die Naturkunst - entstehen. An die Öffentlichkeit ging er damit allerdings erst Anfang der 90er Jahre. 1987 entwickelte er sein Großprojekt Naturschach, eine künstlerische Formulierung des globalen menschlichen Eingriffs in die Natur durch Architektur. Exakte Informationen sind unter dem Bereich Projekte nachzulesen. Ebenfalls in diesem Jahr formulierte er sein Naturprojekt Häutung. Er entnahm dem Erdboden 30 cm x 30 cm große Wiesenstücke und goss sie in Acryl. Er häutete die Erde und versiegelte die offenen Wunden mit dadierten und signierten Aluminiumplatten. Der Öffentlichkeit präsentierte Josef Hirthammer seine neue Kunst - den naturalen Pan-Sensualismus - erstmals in einer umfangreichen Ausstellung in Solothurn in der Schweiz im Jahre 1993. Viele Ausstellungen, vornehmlich in der Schweiz und in Deutschland, präsentierten in den folgenden Jahren seine Naturkunst mit Objekten, Fotografie und Malerei. 1997 realisierte er sein Projekt "10 Städte". Jeweils 4 blue pieces of happy nature wurden als Schenkung an 10 deutsche Großstädte verschickt, verbunden mit dem Wunsch an die jeweiligen Kulturreferenten, die geschenkten Objekte in einer gemeinsamen Ausstellung zu präsentieren. Die länderübergreifende Aktion wurde letztendlich nicht vollendet, da sich einige Städte nicht beteiligten. Die geschenkte Kunst wurde aber angenommen. Ein weiterer Höhepunkt in seinem künstlerischen Schaffen ist das Großprojekt Spuren der Natur. In einer Wanderausstellung beabsichtigt Josef Hirthammer, 12 einzelne Installationen in deutschen Innenstädten aufzubauen, die 3 Wochen lang jeweils die Innenstädte okkupieren. Die aufwändige Durchführung ist noch nicht terminiert. Mehr Information erhalten Sie auf der Seite Spuren der Natur. 2001 ging er damit an die Öffentlichkeit. 2003 schuf Josef Hirthammer in der näheren Umgebung seines Wohnortes 20 Installationen in und mit der Natur. Er ordnete und strukturierte das bestehende Chaos der Natur um. Tagelang sammelte er Blüten, die dann geordnet in andere Orte eingebunden wurden. Diese teils sehr mühsamen Umstrukturierungen waren und sind von kurzer Dauer. Sie werden fotografisch festgehalten.


Josef Hirthammer entzieht sich bewusst jeglicher Kategorisierung. Sein vielseitiges Werk ermöglicht kein klassisches Schubladendenken. Vielfalt ist sein Markenzeichen. Malerei, Zeichnung, Fotografie, Digital Painting, Skulptur und Installationen sind seine Gestaltungsmedien. Stringent verfolgte Vielfalt kennzeichnet seine facettenreichen Ausdrucksformen und Philosophien. Er gilt als einer der vielseitigsten Künstler unserer Zeit und hat in den 40 Jahren seiner künstlerischen Tätigkeit eine Vielzahl an Kunstwerken geschaffen.

Ausgewählte Ausstellungen

Ausgewählte Ausstellungen

Ausstellungen und Aktionen

2015 Eröffnung neues Atelier

2015 ART Karlsruhe

2015 Licht und Farbe // Galerie VON&VON Nürnberg

2014 Alles Natur // Museumsgruppe Würth // Hirschwirtscheuer

2014 ArtFair // Hamburg

2014 ArtFair // Köln

2013 ART.FAIR // Köln

2013 Farbe und Form // RED CORRIDOR Galerie, Fulda

2013 Skope Basel // Galerie VON&VON, Nürnberg

2012 Querschnitt // Portrait, Abstrakt, Naturkunst, Engel // GALERIE VON&VON, Nürnberg

2011 Museumsgruppe Würth // Ankauf mehrerer Leinwände

2011 Vom Ende der Zeit // Diözesanmuseum Bamberg

2011 big nature // kreativ vergrößerte Samen der Flora und Fauna

2011 Verzahnung – Portraits // meine Zeitgenossen

2011 Natur – Impression // Neue Philosophie der Fotografie

2011 Totentanz  // Museum Junge Kunst Frankfurt/Oder // Ausstellung zum 200. Todestag Heinrich von Kleist

Ab 2011 Abstraktion der Abstraktion // Alte Leinwände, Objekte und Fotos digital bearbeitet, auf Leinwand übertragen und weiterverarbeitet.

Ab 2007 Neue Bilder figurativ – Josef Josati // Neue Phase der sensualfigurativen Gestaltung

2005 - 2007 Arbeiten in und mit der Natur // Dokumentation als Video, Foto und Malerei

2004 anewway – Josef Josati // Der Vorgang des Malens als sensuales Dokumentieren von Spontanität, Eigendynamik und bewusster Zufälligkeit; die Farbe als poetische Spurengebung.

2003 20 gefundene Orte // 20 mal Kunst in der Natur mit der Natur

2002 flowers and more // Objekte, Plastiken und Bilder // anders Galerie, Düsseldorf

2001 Spuren der Natur // Realisation eines optischen, akkustischen und haptischen Kunstpfades zur Reanimation eines verlorengegangenen Naturempfindens // Wanderausstellung für 12 deutsche Städte

2001 mein Engel // Skulptur im öffentlichen Raum // Skulptur im Stadtraum Fürth

2000 only roses // Leinwände und Wachsobjekte, Galerie Kämpf Basel

1999 Meine Engel //Installation von Objekten im Aussenbereich, Kunstachse 2000 Aisch

1998 Engelherz // Objekte, Plastiken und Bilder zum Thema Engel, Galerie Kämpf Basel

1997 Projekt „10 Städte“ // eine Schenkungsaktion zu Gunsten eines Projektes zur Erhaltung der Natur // Schirmherrschaft: Hubert Weinzierl

1996 Großprojekt NATURSCHACH // Für Berlin, Potsdamer Platz // bürokratische Vorgänge

1996 Naturschach // Präsentation des Modells, Kunstbureau Steininger, Freilassing

1996 blue pieces of happy nature // Objektkunst mit Natur und Wachs, Alte Saline Bad Reichenhall

1995 les fleurs // Objektkunst mit Natur und Wachs, Galerie Albrecht München

1994 Naturaler Pan-Sensualismus again // Objektkunst mit der Natur und Wachs, Eisen, Holz, Stein, Malerei; Basel

1993 solo Naturaler Pan-Sensualismus // Objektkunst mit der Natur und Wachs, Eisen, Holz, Stein // Fotographie als Informationsträger, Solothurn

1992 Basel sieht wieder mal Frauen und andere Zeitgenossen // Öl, Wachsstift

1990 - 1991 Keine Ausstellungen. // Eine Verweigerung // Intensive Auseinandersetzung mit und in der Natur // Eine neue Form der Objektkunst ensteht: Naturaler Pan-Sensualismus

1989 Narziss und Graue Maus // Öl, Wachsstift; Düsseldorf

1988 Kunstdesign -Designkunst // Kreativer Möbelbau: Tische, Schränke, Stühle, Lampen

1987 Projekt Häutung; Projekt Graskreuz // Objektkunst; Erde und Gras hinter Glas, Relikte für das Jahr 2500, Basel

1987 Projekt Naturschach // Objektkunst; Kreislauf der Naturzerstörung durch Architektur

1987 Frauen im Großformat // Öl, Wachsstift; Frankfurt

1986 Zeit - Zeichen; Objekt - Kunst // Uhren: 30 Unikate von der Kreation zur Realisation // Materialien: Granit, Holz, Marmor, Eisen

1982 - 86 Einzelausstellungen "Frauen on my mind" // Öl, Wachsstift, Mischtechnik
- Kunstmesse ART Basel, jährlich
- Berlin, München, Nürnberg, New York, Nizza,
- Preisträger Eight British Print Biennale
- International Impact Art Festival, Kyoto - Japan

1982 München im Kopf // Erste Frauenbilder tauchen auf; Öl, Wachsstift

1982 Projekt Naturarche // Objektkunst. Ein Beitrag als Hinweis zur globalen Umweltzerstörung.

1980 Gründungsmitglied der Gruppe "ZEICHEN" // Preisträger der 6. Internationalen Grafikbiennale in Frechen/Frankfurt a. M.

1978 - 80 Die Teebeutel - Geschichte // Objektkunst; Arbeiten mit verschiedenen Materialien // Eine dreijährige, intensive Auseinandersetzung mit einem Wegwerfobjekt. Ausstellungen in München, Nizza, Frankfurt, Ulm

1970 Aktives Mitglied im Salzburger Kunstverein // Erste Einzelausstellungen // Zeichnungen, Druckgraphik; München,Prien

3samen

3samen

5samen

5samen

7flowers

7flowers

9samen

9samen

Astzeichnung Wachs

Astzeichnung Wachs

Gen3

Gen3

Graupraechtig

Graupraechtig

Nearly Whistered

Nearly Whistered

Rosenschublade

Rosenschublade

Schwertblume

Schwertblume

The Crazy Blue

The Crazy Blue

RED CORRIDOR Gallery
Open: Tue - Fr, 14 - 18 | Sa,  11 - 16 
36093 Künzell | Diorolfstraße 4
+49 661 20619957 | +49 173 3232346
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